Lot-Prinzip

LOT-Prinzip

„Der Lösung ist es egal, wie das Problem entstanden ist.“
(Insoo Kim Berg, amerikanische Psychotherapeutin und
Mitbegründerin der lösungsorientieren Kurzzeittherapie, 1934 – 2007)
 

 

Was genau ist das LOT-Prinzip? Es bedeutet Lösungsorientiert.

Wir leben im Glauben, dass wir einer Lösung näher kämen, wenn wir die Hindernisse, die sich vor uns auftürmen, möglichst intensiv besprechen. Je eingehender wir uns den Schwierigkeiten widmen, um so mehr glauben wir, sie bewältigen zu können.

Doch das ist ein Irrtum! Traditionell arbeitende Coaches sind häufig sehr eifrig im Erfinden der von ihnen angenommenen Ursachen (z.B. falsche Ausrichtung, mangelnde Motivation, Demotivation in der Vergangenheit, Rollenstruktur, etc.)als maßgebliche Gründe für die vom Klienten beklagten Probleme.

Sie interessieren sich dann nur noch für exakt diese von ihnen selbst geschaffenen Konstruktionen – oft ohne sich dieses Prozesses überhaupt bewusst zu sein. Sie sind im festen und naiven Glauben daran, es mit unabhängig von ihnen selbst existenten Strukturen zu tun zu haben.

Sie arbeiten dann an den von ihnen selbst für wahr gehaltenen Wirklichkeiten. Auf diese Weise erschafft die Vorstellung einer zugrunde liegenden defizitären Ursache auch eine defizitär gefärbte Wirklichkeit. Das ist er, der Mythos von Ursache (als eigentliches Problem) und Wirkung (oberflächliches Symptom).

Wer auf dieser Basis eine bestehende Wirkung (problematische Symptome) verändern will, muss demnach die Ursache (grundlegendes Problem) beseitigen. Aber wir können den endlosen Kreis von Ursache und Wirkung durchbrechen!

Lösungsorientierte Coaches arbeiten dagegen bewusst außerhalb dieses Kreises. Sie sind entsprechend ihren Erfahrungen mit dem lösungsorientierten Ansatz nicht länger der Meinung, dass die Wahrheit (Lösung) immer auf dem dunklen Grunde eines Brunnens liegen muss.

Im Gegensatz zur landläufigen Auffassung, dass man die Ursache eines Problems kennen und verstehen müsse, um es erfolgreich in Angriff zu nehmen, befassen sie sich statt dessen möglichst direkt mit der Einleitung von Lösungsmöglichkeiten.

Das Zauberwort heißt also „lösungsorientiert“. Hier geht es um eine schnelle, zielgerichtete Lösung. Anders als in den meisten Therapien, die auf Langzeit-Betreuung ausgelegt sind, wird hier nach dem Kern des Anliegens gesucht.

Es werden keine ausgiebigen und langwierigen Analysen gebraucht. Die sind nicht nur teuer, sondern führen meist auch nicht zu einer Lösung. Stattdessen nutzt das LOT-Prinzip die Ressourcen der Beteiligten und ist effizient lösungsorientiert!

Wenn wir bei der Kommunikation an Grenzen stoßen, brauchen wir für die Lösung der Probleme neue Ansätze und Vorgehensweisen. Dabei werden spezifische Fragetechniken angewendet, die darauf abzielen, in verschiedenen Zusammenhängen, sei es beim Einzelcoaching, der Teamarbeit oder der Organisationsentwicklung, rasch zu Lösungsansätzen zu kommen, ohne sich lange mit Problemanalysen aufzuhalten.

Wir bauen auf die vorhandenen Ressourcen der Beteiligten. Sehr effizient also!

Hinweis: Dieser Text basiert auf Texten aus dem Buch Das LOT-Prinzip von R. Mehlmann und O. Röse (Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000)